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Baron de Bassus

Thomas Maria Freiherr De Bassus: ein besonderer Puschlaver

Studium in Ingolstadt (Deutschland)

Thomas Maria Freiherr De Bassus, geboren im Jahre 1742 in Poschiavo, studierte in Ingolstadt (Bayern), wo seine Verwandten wohnten, sie waren reich und verkehrten häufig am Hof. Dort begegnete er Johann Simon Mayr, guter Freund und zukünftiger Komponist und Adam Weishaupt, der spätere Gründer von den „Illuminati di Baveria“. (Angehörige des Illuminatenordens, der 1776 in Ingolstadt gegründet wurde, zum Kampfe für die Neuordung der Gesellschaft auf der Grundlage der Vernunft).
Als der junge Thomas Maria Freiherr nach Poschiavo zurückkehrte, hatte er neben einem guten Auftreten auch eine hervorragende Ausbildung, welche er der Aufnahme in eine gebildete, lebendige und raffinierte Gesellschaft auf dem Hofe verdankte.

Hochzeit mit Cecilia Domenica Massella
Im Jahre 1767, gerade mal 25 Jahre alt, wird er zum Bürgermeister von Poschiavo gewählt, welches Amt er noch fünfmal innehaben wird. Er heiratet Cecilia Domenica Massella. Nach dem frühen Tod seines Schwiegervaters erbt er neben Gütern im Veltlin und Poschiavo auch den Palazzo Massella, das heutige Hotel Albrici. Im Jahre 1781 erbt er von seinen Verwandten in Bayern neben dem Titel eines Barons alle ihre Landsitze: Die Güter Sandersdorf, Mendorf, Eggersberg, Harlanden und Dachenstein und wird damit sehr wohlhabend. Dank den Freundschaften in Ingolstadt, welche er regelmässig pflegte und besuchte, tritt er nach 1782 in den Orden Illuminati di Baveria ein, zu welchem auch Goethe und Mozart gehörten. Ende 1780 bekommt er die Aufgabe die Ideen der Aufklärung im Süden zu verbreiten. In Anbetracht dessen kauft er in Bayern alle nötigen Maschinen und Geräte, welche mit riesigen Kosten nach Poschiavo transportiert werden, um eine Druckerei einzurichten (man bedenke, dass es im achtzehnten Jahrhundert kaum irgendwo eine Druckerei gab, schon gar nicht in einem kleinen Dorf wie Poschiavo). Mit Hilfe des Druckers Giuseppe Ambrosini, ebenfalls ein Angehöriger des Illuminatenordens, gründet er eine Druckerei samt Buchhandlung. In dieser Buchhandlung wird neben kritischen Büchern gegen Kirche und Papst bald einmal die erste italienische Ausgabe des „Werther“ von Goethe publiziert. In seinen Residenzen in Poschiavo und in den Sommer Wohnsitzen in Cantone und Tirano organisiert De Bassus nun auf dem Höhepunkt seiner Kariere regelmässig kulturelle Zusammenkünfte, bei welchen Literatur, Erziehung, Recht und Politik thematisiert werden. In seinem Haus wird oft auch musiziert. Zwischen 1787 und 1788 beherbergt er den Komponisten Johann Simon Mayr.

Der Baron de Bassus verlässt Poschiavo und kehrt nach Ingolstadt zurück

In seiner Umgebung jedoch brüten feindselige Gefühle und Verdacht. In der Tat, im Jahre 1787, gerade als er von den Illuministen als oberstes Mitglied von Italien anerkannt wird, durchsucht die Bayrische Polizei sein Schloss in Sandersdorf. Nachdem dort belastende Dokumente gefunden werden, beschlagnahmte sie alle seine Güter. In der Folge beginnen die Feindseligkeiten auch in Poschiavo. Um seine Kinder eine Stabilität zu geben ziehen sie sich nach Bayern um.
Nach dem Tode seiner Frau im Jahre 1794 geht ein grosser Teil seiner Verbundenheit mit dem Tal verloren. Von Bayern aus aber verfolgt De Bassus mit Interesse alle Vorkommnisse in seiner Heimat, wo er neben seinen Gütern auch Land in Veltlin besass. In Sandersdorf im Jahre 1815 stirbt De Bassus in Ruhe und von allen vergessen.

Der Palazzo Massella wird an der Familie Albrici verkauft
Die Familie De Bassus verliert aber in Laufe der Zeit immer mehr den Kontakt mit der ersten Heimat. Im Jahre 1848 wird das Haus in Poschiavo von den Erben an den Bürgermeister Pietro Albrici verkauft. Das Haus wurde in der Zwischenzeit eine zu grosse finanzielle Belastung für die Nachfolger von De Bassus. Keiner von ihnen hatte noch Kontakt mit dem Geburtsort von ihrem berühmten Vorfahren. Alle wohnten in Bayern und heirateten adlige Frauen.

Das Buch
Der Baron de Bassus und die Illuminati
Massimo Lardi
Tipografia Menghini, Libreria L'idea, Poschiavo